Studiumfinale und andere Hürden des Alltags

Mittwoch, 28. Oktober 2009

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Mittwoch, es schneit Mitten im Oktober. Guten Mutes, voller Elan mach ich mich auf den Weg nach Görlitz - mit von Optimismus geschwollener Brust und 100 % Tatendrang. In meiner Handtasche befindet sich eine fundiert ausgearbeitete Gliederung meines Masterthemas und ich finde es Klasse.
Bis zum Termin mit meinem Betreuer Mr. M gehe ich kurz ins Studiengangssekretariat und frage nach dem Zettel - der letzte Schritt, der mich von meiner Masterarbeitzulassung trennt. Nur schade, dass es dabei nicht bleibt.

Die Noten, die ich auf diesem letzten Schriebs des Bürokratieapparats eintragen soll, kenne ich selber noch nicht. Dafür liegt bereits seit März meiner Hochschule eine Kopie meines Zeugnisses vor, das ich in diesem Moment zum ersten Mal in der Hand halte. 11 Prüfungen in 2 Wochen, davon 7 an 4 Tagen - das war die Bilanz des Auslandsstudiensemesters im Winter 2008 in Lille.
Und nun halte ich das - nun ja - ernüchternde Ergebnis meines Arbeitschweißes in der Hand: 5 Module à 2 bis 3 Fächer, für jedes Modul 5 Credits (Notenpunkte). 2 Module habe ich mit 4 abgeschlossen, ein Modul mit 1 und ein Modul mit 2. Aber ein Modul habe ich nicht bestanden.

Was nun? Ich gehe zu unseren Betreuerin für Auslandsaufenthalte Frau L.: " Ja, warum sind Sie denn da durchgefallen, Stefanie?" - Ich hatte keine Lust mich anzustrengen?! Ich wollte mal ausprobieren, wie es ist durchzufallen?!

Was für eine Frage! Damit fliegt der Termin zu meiner Masterarbeit über Bord und ich diskutiere mit hängenden Schultern mit Mr. M die Möglichkeiten Modul "Kulturökonomie" zu belegen. Da ich in meinem Studiengang alle Kurse belegt habe und die Kurse aus Frankreich hier nicht angeboten werden, kann ich nur noch in anderen Studiengängen nach Credits suchen. Bloß gut, dass das Semester seit ein paar Wochen schon läuft, Vorlesungen schon begonnen haben.

Zurück zum Modul "Kulturökonomie". Für lausige 5 Credits muss ich also einen Beleg schreiben, ein Präsentation halten und ein Forschungsprojekt absolvieren. Da kommt Freude auf. Hatte auch gerade nichts anderes zu tun.
Tja, hätte ich mein Auslandssemester beispielsweise in Prag absolviert, hätte ich mir Fächer aussuchen können, hätte Fächer auf Deutsch belegen können, hätte Belege statt Prüfungen schreiben können. Aber ich wollte es ja so. Und nun kommt der Lohn für den Mehraufwand...

Was für ein Tag.... Die kommenden Tage in der SLUB widme ich nun einem Buch über volkswirtschaftliche teilweise philosophische Betrachtungen des Zusammenhangs von Kultur und Ökonomie. Zu meiner Überraschung finde ich mein Referatsthema sogar interessant. Es geht um Kulturökonomie im Bezug auf Internationales Management. Wow.

Aber woher soll der 1 letzte Credit kommen, der mich noch von meiner Masterarbeit trennt? Es bleibt spannend. (Fühle mich wie Indianer Jones im wilden Dschungel auf der Suche nach Bananen)